Leipzig mobil

Leipzig mobil macht Multimodalität sichtbar

Die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH haben mit dem Projekt „Leipzig mobil – neue Wege zur öffentlichen Mobilität" eine Vernetzung von multimodalen Angeboten im Nahverkehr geschaffen. Dafür wurde neben der Errichtung von Mobilitätsstationen eine Online-Plattform mit Smartphone- und Web-App geschaffen, über welche Information, Buchung und die monatliche Endabrechnung erfolgt.

Leipzig mobil versteht sich als Mobilitätsplattform für neue öffentliche Mobilität. Die Mobilitätsstationen dienen ihrer physischen Bündelung und Sichtbarkeit und rücken das Thema Multimodalität in die Wahrnehmung der Bevölkerung. Zentraler Ansatz von Leipzig mobil ist die einmalige Anmeldung, die Beauskunftung verschiedener Verkehrsmittel, die einfache Buchung aller Sharing-Fahrzeuge per App und die gemeinsame monatliche Endabrechnung aller genutzten Verkehrsmittel. Die Nahverkehrsbetriebe sind damit alleiniger Vertrags- und Ansprechpartner für die gesamte Produktpalette von Leipzig mobil. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) betreiben die derzeit 26 Mobilitätsstationen, an denen auch die dazugehörigen Ladesäulen für E-Autos angebunden sind. Begonnen hat alles mit einem Stadtratsbeschluss im Jahr 2011, in dem die Umsetzung einer stadtweit sichtbaren Carsharing-Infrastruktur beschlossen wurde. Die Mobilitätsplattform, die Mobilitätsstationen und das Produktportfolio konnten 2013 mittels Förderantrag konzeptioniert und ab 2014 umgesetzt werden. Seit Eröffnung der Stationen im Sommer 2015 gab es zeitweise, mittlerweile behobene, technische Probleme an der Ladeinfrastruktur der Stelen. Sowohl der stationäre Carsharing-Anbieter teilauto als auch der Bikesharing-Anbieter nextbike erweiterten ihr stadtweites Angebot und stellten Fahrzeuge und Räder an den Mobilitätsstationen bereit. Die Umsetzung von Leipzig mobil erfolgte mit Eigenmitteln der Leipziger Verkehrsbetriebe und wurde durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE typo3/#_msocom_1 gefördert.

Mobilitätsstationen als physische Repräsentanz für die neue öffentliche Mobilität in Leipzig

Jeweils stehen mindestens zwei Carsharing-Fahrzeuge, zwei Leihräder sowie zwei Ladepunkte für private E-Autos und für die Dienstwagen-Flotte der Stadtverwaltung an einer Mobilitätsstation. An wichtigen Verkehrsknotenpunkten stehen bis zu vier Leihfahrzeuge.

Die Mobilitätsstationen befinden sich hauptsächlich auf öffentlichem Grund und wurden als Sondernutzungsfläche deklariert, was einen Abstimmungsprozess mit den zuständigen Behörden erforderte. Die Stadt erhebt für die Stellflächen Sondernutzungsgebühren von der LVB, diese vermietet sie wiederum an Teilauto. Von 26 Stationen entstanden drei auf Grund der LVB und eine auf privatem Grund. Inzwischen kommen Standort-Vorschläge von der Bevölkerung und Anfragen von Unternehmen für den Betrieb einer Mobilitätsstation auf privatem Grund welche sukzessive geprüft werden. Ziel ist es weitere Stationen im Stadtgebiet umzusetzen.

Zu den großen Herausforderungen in der Start-Phase gehörte die technische Funktionsweise der Stationen. Die Umsetzung jeder einzelnen Station erfordert die Absprache mit neuen unterschiedlichen Ansprechpartnern. Des Weiteren stellte die Technologie an sich und das Entwickeln einer App zunächst eine Hürde dar.

Monatliche Abrechnung auch ohne ÖPNV-Abo

Leipzig mobil bietet eine tarifliche Integration der Angebote. Die Kosten aller genutzten Verkehrsmittel werden transparent auf einer Rechnung dargestellt und bargeldlos, per Lastschriftverfahren verbucht. Für sechs Euro monatlichen Grundpreis kann seit dem 01. September 2016 das Leipzig mobil Leistungspaket auch ohne vorhandenes ÖPNV-Abo bestellt werden. Für Abo-Kund/innen der LVB entfällt diese Grundgebühr. Im Leistungspaket sind derzeit 10 Stunden monatliches Freikontingent im Bikesharing (nextbike) enthalten und eine Bestprice-Abrechnung mit günstigen Tages- und Wochenkonditionen im Carsharing. Die Fahrscheine für den gesamten Verbundraum  können auch über die Leipzig mobil-App erworben werden, allerdings zum gleichen Preis, wie sie Nicht-Leipzig mobil-Kunden/innen erwerben. Der ÖV-Tarif stellt immer eine feste Komponente in Leipzig mobil dar. Für das Carsharing ist eine einmalige Registrierung (auch online möglich) mit anschließender Sichtung des Führerscheins notwendig. Für Studierende gibt es einen Monatstarif von einem Euro für Leipzig mobil. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt sechs  Monate und das Angebot ist anschließend monatlich kündbar.

Die Buchung der Fahrzeuge ist mittels Leipzig mobil-App und per Telefon möglich. Die App kann kostenlos auf das Handy oder als Web-App runtergeladen werden. Sie erweitert die Funktionen der bekannten easy.GO-App und integriert die Informations- und Buchungsmöglichkeiten für Bike- und Carsharing. Als Türöffner der Fahrzeuge dient die an alle Nutzerinnen und Nutzer ausgegebene RFID-Chipkarte, so dass ein Smartphone nicht zwingend nötig ist. Weiterhin ist es Kunden möglich, bundesweit Fahrzeuge von teilauto und Flinkster zu Leipziger Konditionen zu buchen. Die digitalen Fahrgastinformationen des ÖPNV werden in der  Leipzig mobil-App als Echtzeitinformationen ausgegeben. Zukünftig sollen weitere Mobilitätsdienstleister in die App integriert werden, wie z.B. Taxiunternehmen oder Mietwagenfirmen. Auch Fahrradboxen und eine Radstationen sollen in das Angebot aufgenommen werden.

E-Auto-Nutzer/innen tanken übergangsweise kostenlos Strom an den Stationen. In naher Zukunft wird dieser kostenpflichtig sein.

Marketing startet ein Jahr nach Inbetriebnahme

Aktuell liegen die Nutzerzahlen im dreistelligen Bereich. Mit der Öffnung des Produktes auch für Personen ohne ÖPNV-Abo verspricht man sich eine deutlich gesteigerte Nutzung. Ein Jahr nach dem Start des Produktes und der Beseitigung von technischen Schwierigkeiten werden verstärkt Marketingaktivitäten angegangen, bei der ÖPNV-Kund/innen und Leipzigerinnen und Leipziger über das Angebot von Leipzig mobil informiert werden. Dafür sind bspw. eine eigene Webseite, Flyer, Broschüren und Promotion-Aktionen geplant. Die Mobilitätsstationen sind einheitlich gestaltet, die Carsharing-Fahrzeuge sind jedoch nicht mit „Leipzig mobil“ gekennzeichnet. Einige Bikesharing-Räder tragen Werbung für Leipzig mobil.

Mit Eigen- und Bundesmitteln bis zur Umsetzung

Die Umsetzung von Leipzig mobil mit einem Projektvolumen von ca. 1,6 Mio. Euro erfolgte mit Eigenmitteln der Leipziger Verkehrsbetriebe und wurde durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.  Die Projektdurchführung erfolgte in enger Abstimmung mit dem durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) geförderte Verbundprojekt „SaxMobility II“, sodass die Errichtung der Mobilitätsstationen mit der Einbindung von Elektroladesäulen verknüpft werden konnte. Aktuell wird eine Förderung der Weiterentwicklung der Mobilitätsplattform Leipzig mobil für die Jahre 2017 und 2018 im Rahmen der Förderrichtlinie „eTicketing und digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) angestrebt.

Zertifiziert mit dem Blauen Engel

Für seine Mobilitätskarte als umweltfreundliches Verkehrsangebot ist die LVB 2016 mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurden. Das Produkt Leipzig mobil muss dafür Car- und Bikesharing eng mit dem ÖPNV verknüpfen und per jährlicher Nutzerbefragung nachweisen, dass sich der private Autobesitz seiner Nutzerinnen und Nutzer verringert. Des Weiteren muss mit der Mobilitätskarte gewährleistet werden, dass eine einheitliche Registrierung die Nutzungsbarrieren reduziert und das Angebot preiswerter ist, als die Summe der Einzelbausteine.

Steckbrief Leipzig Mobil

Leipzig: 521.000 Einwohner/innen

Wegeanteil Umweltverbund: 60% (SrV 2013)

Elemente: Mobilitätsstationen, Car- und Bikesharing, Multimodale Verkehrsauskunft, Sharing-Angebot mit und ohne Integration ÖPNV, Mobilitätskarte, gesammelte Abrechnung, Dachmarke und Corporate Design, Werbekampagne

Start: 2015

 Akteure: Leipziger Verkehrsbetriebe, nextbike, teilauto, Flinkster

Nutzergruppe: Alle registrierten Nutzer/innen (kostenpflichtiges Abo)

Kosten: ca. 1,6 Mio. Euro für Umsetzung (Fördervolumen 1 Mio. Euro im Rahmen des EFRE Fonds)

Finanzierung: EFRE Fond, BMVI „Schaufenster Laternenparken“ „SaxMobility II“ ; BMV; Eigenmittel

Besonderheiten: Deutschlandweite Buchung der Carsharings zu Leipzig mobil Tarifen, monatliche Abrechnung durch den Verkehrsbetrieb

Ansprechpartner:

Nadine Fischer

Geschäftsentwicklung

Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

Leipzig-mobil.verkehrsbetriebe@l.de