Mann knackt ein Fahrradschloss am hellichten Tag auf

fairkehr 2/2024: Fahrraddiebstahl

6 Tipps gegen Fahrraddiebstahl

Mit Schloss, GPS-Tracker oder Codierung machst du Langfingern das Leben schwer: Das VCD-Magazin fairkehr gibt 6 Tipps, wie du dein Fahrrad effektiv vor Diebstahl schützen kannst.

| fairkehr-Magazin

Ein Blick in die Statistik zeigt: Allein im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 266 000 Fahrräder bei der Polizei als gestohlen gemeldet. Darum solltest du dein Fahrrad gut vor Diebstahl schützen, um dir den Gang zur Polizei, den Anruf bei der Versicherung und den Neukauf zu ersparen. Die fairkehr-Redaktion erklärt im VCD-Magazin, was du tun kannst und beachten musst.

1. Ein sicheres Schloss

Kauf dir ein hochwertiges Schloss: Den besten Diebstahlschutz bieten stabile Ketten-, Bügel- oder Faltschlösser. Diese sollten groß genug sein, um das Rad an einem festen Gegenstand anzuschließen, zum Beispiel an einem Fahrradständer oder einem Laternenpfahl. Dünne Ketten-, Bügel- oder Kabelschlösser lassen sich dagegen leicht mit einem Seitenschneider durchtrennen.

Auch Speichen- oder Rahmenschlösser bieten keinen ausreichenden Diebstahlschutz, weil sie nicht verhindern, dass Dieb*innen dein Fahrrad wegtragen oder in einen Transporter verladen. Du solltest sie nur dann nutzen, wenn du das Fahrrad im Blick behältst, beispielsweise durch das Fenster eines Ladens.

Im Handel gibt es für Fahrradschlösser keine verbindlichen Sicherheitsklassen. Oft machen Hersteller eigene Angaben zum Sicherheitslevel ihrer Schlösser, die aber nur die Produkte im eigenen Portfolio untereinander vergleichbar machen.

Am Fahrradschloss solltest du nicht sparen. Eine Faustregel besagt, dass ein adäquates Schloss fünf bis zehn Prozent des Fahrradpreises kosten sollte. Bei sehr teuren Fahrrädern kannst du auch zwei unterschiedliche Schlösser verwenden, um Dieb*innen abzuschrecken. Das zweite Schloss erhöht für sie den Zeitaufwand und das Risiko, erwischt zu werden.

2. GPS-Tracking

Wann sich ein GPS-Tracker lohnt: Der versteckte Sender am Fahrrad – das Modell von BikeFinder wird beispielsweise im Lenker installiertinformiert dich durch eine Nachricht auf das Smartphone, wenn dein Rad bewegt wird. Zudem übermittelt der Tracker laufend den aktuellen Standort des Fahrrades. Wird das Fahrrad gestohlen, kannst du es orten und die Position der Polizei mitteilen. Wenn das Rad einen zuvor festgelegten Umkreis (Geo-Fence) verlässt, löst der GPS-Tracker zudem Alarm aus.

Achtung: Zum Senden des Standorts verwenden GPS-Tracker SIM-Karten. Ältere Modelle verbinden sich mit dem 2G-Netz. In der Schweiz ist dieses bereits abgeschaltet, bis 2025 ist das in allen europäischen Ländern der Fall und dann funktionieren auch die entsprechenden Tracker nicht mehr.

Preislich liegen die GPS-Tracker je nach Ausstattung zwischen 50 und 200 Euro, hinzu kommen Folgekosten von rund drei bis fünf Euro pro Monat, die zum Teil ab dem ersten, zweiten oder dritten Jahr nach dem Kauf fällig werden. GPS-Tracker lohnen also nur für hochwertige Fahrräder.

3. Fahrrad-Codierung

Lass dein Fahrrad codieren: Mithilfe einer Graviermaschine oder eines speziellen Aufklebers wird dauerhaft ein bestimmter Code am Fahrrad angebracht. Er enthält deine Initialen und deine verschlüsselte Wohnanschrift. Polizeidienststellen und Fundämter können dich so schnell ausfindig machen, falls sie dein Fahrrad finden, und zwar ohne lange Fahndungsdateien durchsuchen zu müssen. Außerdem kann die Codierung abschreckende Wirkung auf Langfinger haben: Denn über den Code lässt sich schnell feststellen, wem das Fahrrad rechtmäßig gehört. Zudem macht er Weitergabe und Verkauf gestohlener Räder unattraktiv, da der Code nur sehr schwer zu entfernen ist.

Codieren kannst du dein Fahrrad beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und anderen Vereinen, bei Versicherungen oder bei der Polizei.

4. Schnellspanner ersetzen

Damit dir keine einzelnen Teile gestohlen werden, kannst du handelsübliche Schnellspanner, mit denen Sattel, Vorder- und Hinterrad befestigt sind, durch eine codierte Verschraubung ersetzen, beispielsweise mit einem PITLOCK der Firma Peter Busse Sicherheitstechnik. Die Achsen und Schrauben haben eine von 1.000 verschiedenen Formen und können nur mit dem mitgelieferten passenden Codeschlüssel geöffnet werden.

5. Rad sicher abstellen

Schließ dein Rad immer mit dem Rahmen an einem fest verankerten Gegenstand an, zum Beispiel an einem Fahrradständer, einem Laternenpfahl oder einem Baum. Das Schloss solltest du nicht in Bodennähe anbringen, weil sich Dieb*innen sonst mit ihrem Körpergewicht auf einen Bolzenschneider stützen können, was ihnen das Durchtrennen des Schlosses erleichtert.

Öffentlichkeit kann vor Dieb*innen schützen. Wenn du unterwegs bist, schließt du dein Fahrrad also besser an einem belebten Platz anstatt in einer dunklen Gasse. Gerade, wenn du dein Fahrrad für einen längeren Zeitraum zurücklässt – beispielsweise am Bahnhof – ist es sinnvoll, einenStellplatz in einem Fahrradparkhaus oder eine Fahrradbox zu mieten.

Auch in Fahrradabstellräumen, Kellern oder Treppenhäusern sollte das Rad immer angeschlossen werden. Ist dies nicht möglich, kannst du mehrere Räder aneinanderschließen.

6. Rad versichern

Falls dein Fahrrad trotz aller Vorsicht gestohlen wird, kann eine Versicherung dir den Schaden ersetzen. Das geht über die Hausratversicherung oder eine Fahrrad-
Zusatzversicherung. Erkundige dich beim Anbieter, ob Fahrräder in deiner Hausratversicherung automatisch mitversichert sind, oder ob diese zusätzlich mit in den Vertrag aufgenommen werden müssen.

Dein Fahrrad ist auch dann versichert, wenn es dir im öffentlichen Raum gestohlen wird – vorausgesetzt, du hattest es mit einem Schloss an einem festen Gegenstand angeschlossen. Achtung: Falls die Hausratversicherung eine Nachtzeitklausel enthält, gilt der Versicherungsschutz nicht, wenn das Fahrrad zwischen 22 und 6 Uhr im Freien gestohlen wird. Wichtig ist auch, ob dein Fahrrad zum Neuwert oder nur zum Zeitwertversichert ist, das kann eine Menge ausmachen. Außerdem begrenzen etliche Hausratversicherungen inzwischen den Höchstwert versicherbarer Räder, und üblicherweise sind Teilediebstahl, Vandalismus oder Unfallschäden nicht mitversichert.

Wenn du ein hochwertiges Fahrrad besitzt, kann es sich lohnen, eine spezielle Diebstahlversicherung dafür abzuschließen. Hierbei sind bis zu 15 000 Euro je Fahrrad versicherbar. Der Versicherungsschutz kann zusätzlich auf Wunsch durch einen Vollkaskoschutz aufgestockt werden. Dann sind beispielsweise auch der Akku bei Pedelecs/E-Bikes, Teilediebstahl, Unfall- und Vandalismusschäden oder Gepäck auf Reisen mitversichert.

Autor

Benjamin Kühne ist Redakteur und schreibt seit vielen Jahren über alle Themen der Mobilitätswende für das VCD-Magazin fairkehr. Er arbeitet bei der fairkehr Agentur in Bonn.

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