Klimafreundliche Mobilität

Klimawandel und Verkehr

Der Klimawandel ist in vollem Gange — mit massiven Folgen: Klimazonen verschieben sich, Gletscher schmelzen und heftige Unwetter nehmen zu. Regionen auf der ganzen Welt sind davon bedroht. Verantwortlich für diesen gefährlichen Prozess ist das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2), das vor allem bei der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl entsteht. Besonders der Verkehr ist an der Produktion von CO2 beteiligt.

Wolen über Berlin
Quelle: franckreporter/istockphoto.com

Gerade der Verkehrssektor heizt dem Klima gewaltig ein. Ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO2 geht auf das Konto des Verkehrs. 84 Prozent stammen direkt aus den Auspuffen von Autos, Lastwagen und Motorrädern. Während sie in anderen Bereichen seit 1990 rückläufig sind, steigen die durch den Verkehr verursachten CO2-Emissionen an. Wenn man sich vor Augen führt, dass wir den CO2-Ausstoß langfristig um 60 bis 80 Prozent reduzieren müssen um das Klima zu stabilisieren, wird klar vor welchen Herausforderungen wir stehen. Besonders im Bereich Verkehr sind tief greifende Maßnahmen erforderlich. Gegenwärtig übersteigt man allein mit der durchschnittlichen jährlichen Autofahrleistung sein klimaverträgliches Budget; mit einem Flug in die Karibik hat man dem Klima schon das Doppelte zugemutet. 

Verbändekonzept

»Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland - Weichenstellungen bis 2050«

Der VCD hat gemeinsam mit den Umweltverbänden WWF, BUND, Germanwatch und NABU das Verbändekonzept »Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland - Weichenstellungen bis 2050« erarbeitet. Das Verkehrskonzept, das im Juni 2014 in Berlin vorgestellt wurde, sieht eine radikale Wende der Verkehrspolitik vor. Im Zentrum steht dabei die Verkehrsvermeidung und die Verlagerung auf umweltfreundlichere Transportmittel. Das Verbändekonzept zeigt einen Weg auf, wie sich im deutschen Verkehrssektor die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95% reduzieren lassen. Dazu soll sich bis 2050 unter anderem die Zahl der Pkw halbiert haben.

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Klimaschutzplan 2050

Die Bundesregierung erstellt derzeit den Klimaschutzplan 2050, der den Rahmen für die künftige Klimapolitik in Deutschland abstecken soll. Nach Abschluss des Beteiligungsprozesses von Bundesländern, Kommunen, Verbänden und Bürgern, die zahlreiche Empfehlungen für konkrete Maßnahmen geliefert haben, wird nun innerhalb der Bundesregierung um die Inhalte gerungen. Ein breites Bündnis aus mehr als 40 Nichtregierungsorganisationen hat die aus ihrer Sicht notwendigen Zielsetzungen für die einzelnen Sektoren sowie erforderlichen Maßnahmenbereiche in einem eigenen Klimaschutzplan zusammengestellt, um damit für einen möglichst ambitionierten nationalen Klimaschutzplan zu werben.

Kurzfilm zum Delegiertenforum des Klimaschutzplans 2050
mit vielen Eindrücken, Bildern und Statements

Intelligente und nachhaltige Mobilität in Europa

Eckpfeiler für eine EU-Strategie zur Dekarbonisierung des Verkehrs

Im Sommer 2016 plant die EU-Kommission, ihre Mitteilung zur Dekarbonisierung des Verkehrs zu veröffentlichen. Aus Sicht des VCD muss der Verkehrssektor bis 2050 seine Emissionen nahezu vollständig verringert haben, sollen die Klimaziele erreicht werden. Dies gilt zu Vorderst für den Straßenverkehr, auf den fast drei Viertel der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen entfallen. Zentrale Maßnahmen, die auf EU-Ebene umgesetzt werden müssen sind CO2-Grenzwerte sowie fahrleistungs- und emissionsabhängige Straßenbenutzungsgebühren. In einem gemeinsamen Hintergrundpaier von VCD, DUH und NABU sind die zentralen Maßnahmen zusammengestellt. 

Hintergrundpapier »Eckpfeiler für eine EUStrategie zur Dekarbonisierung des Verkehrs« (pdf, 181 KB)

Vermeiden - Verlagern - Verbessern

Je mehr Sprit ein Fahrzeug verbrennt, desto mehr CO2 stößt es aus. Daher ist ein viel sparsamerer Umgang mit Treibstoffen unumgänglich. Es gilt unnötige Fahrten und Transporte zu vermeiden.  Der Verkehr sollte möglichst auf umweltschonende Verkehrsmittel verlagert werden. Sparsame Fahrzeuge müssen entwickelt werden, damit wir möglichst ressourcenschonend und effizient unterwegs sind.

Die Verantwortung liegt nicht nur bei jedem Einzelnen. Die Politik muss die richtigen Anreize setzen. Dazu gehört ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ebenso wie die Besteuerung des besonders klimaschädlichen Flugverkehrs. Im Automobilbereich kommt eine ganze Reihe sinnvoller ordnungspolitischer Instrumente wenn überhaupt, nur halbherzig zum Einsatz: verbindliche CO2-Grenzwerte, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen, eine CO2-basierte Kfz-Steuer oder die längst überfällige Reform der Dienstwagenbesteuerung.

Momentan zeigt die Politik jedoch wenig Bereitschaft, konsequent im Sinne des Klimaschutzes zu handeln.

Tipps zum CO2-Sparen

In der alltäglichen Mobilität steckt ein großes CO2-Einsparpotenzial. Lesen Sie selbst, mit welchen einfachen Mitteln Sie dem Klima schädliches Kohlendioxid ersparen können.

Mehr Radfahren!

Jeder Deutsche legt derzeit nur rund 300 Kilometer jährlich mit dem Fahrrad zurück. Würden wir genauso viel Radfahren wie unsere Nachbarn die Niederländer - nämlich 1.000 Kilometer jährlich - und die im Auto zurückgelegten Strecken entsprechend reduzieren, könnten wir pro Jahr 10 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste jeder von uns lediglich zwei Kilometer mehr am Tag Radfahren. Allein damit könnte der Radverkehr mit eihem Drittel zum CO2-Einsparziel der Bundesregierung im Verkehrsbereich beitragen.

Auf Kurzstrecken - Auto stehen lassen

Knapp die Hälfte aller Autofahren ist kürzer als sechs Kilometer und ein knappes Viertel sogar kürzer als zwei Kilometer. Wenn nur ein Drittel der Strecken unter sechs Kilometer mit dem Rad anstelle des Autos zurückgelegt würde, könnten jährlich 7.5 Millionen Tonnen Kohlendioxid gespart werden.

Spritspartipps beherzigen

Wenn nur zehn Prozent der Autofahrer in Deutschland alle Spritspartipps beherzigten und so ihren Kraftstoffverbrauch um 30 Prozent reduzierten, würden jährlich knapp 2,65 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Bahn statt Auto oder Flugzeug

Eine Bahnreise im Fernverkehr erspart der Umwelt im Vergleich zum Auto rund zwei Drittel des Klimagases CO2 - im Vergleich zum Flugzeug sind es sogar 75 Prozent.

ÖPNV statt Auto

Wer mit Bus oder Bahn fährt, verursacht zwei Drittel weniger CO2 als mit dem eigenen Pkw und leistet damit einen entscheidenen Beitrag zum Klimaschutz. Wenn nur ein Prozent der Autofahrer ihren Wagen stehen ließe und und statt dessen die Nahverkehrsangebote nutzte, würden in Deutschland pro Jahr eine Million Tonnen Kohlendioxid weniger in die Luft gepustet.

Klimabewusster Autokauf

Wer sich für ein Automodell entscheidet, das im Schnitt nur einen Liter weniger verbraucht, spart bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometer im Jahr 210 Euro (bei einem Spritpreis von 1,40 Euro) und entlastet das Klima um über 250 kg CO2.

Michael Müller-Görnert

Referent für Verkehrspolitik
Fon 030/28 03 51-19
michael.mueller-goernert@vcd.org

Michael Müller-Görnert

Downloads

Verbändekonzept »Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland«

Umweltverbände WWF, BUND, Germanwatch, NABU und VCD zeigen auf, wie sich die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95% reduzieren lassen.

Verbändekonzept »Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland«
Juni 2014 (pdf, 3,1MB)

Hintergrundpapier: Einführung von CO2-Grenzwerten für Lkw

Argumente und Forderungen des BUND, Nabu und VCD für die Einführung von CO2-Grenzwerten für Lkw.

Hintergrundpapier »Einführung von CO2-Grenzwerten für Lkw«
September 2016 (pdf, 480KB)

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